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23.05.2018

Masatscher Sozialgespräche (zweite Ausgabe): „Sozialplanung, Forschung und Innovation“

 
Die Masatscher Sozialgespräche werden von der Lebenshilfe organisiert, um zu sozialpolitischen Themen auf möglichst breiter Basis Impulse zu setzen. Die heurige Ausgabe, die am 18. Mai stattfand, war dem Thema „Sozialplanung, Forschung und Innovation“ gewidmet. Die von Karl Tragust moderierte Veranstaltung war mit rund 70 Teilnehmern, die verschiedenste Landesämter, Landesinstitute, Gemeindeämter und private soziale Vereinigungen vertraten, bestens besucht und bis auf den letzten Platz gefüllt.
Am Vormittag wurden vier Referate gehalten. Wolfgang Obwexer präsentierte den Beitrag von Marianne Hirschberg aus Bremen, die kurzfristig hatte absagen müssen, mit dem Titel „Menschenrechtsbasierte Datenerhebung als Voraussetzung für eine gute inklusive Politik“. In diesem wurde aufgezeigt, dass die Sammlung von Informationen über Personen stets vom Bewusstsein der Notwendigkeit der Achtung vor Menschenrechten und deren Schutz begleitet und folglich auf einer ethischen Grundhaltung basieren muss. Landesrätin Martha Stocker beantwortete bei ihrem Auftritt die Frage „Wie gestaltet sich Sozialplanung in Südtirol?“ Sie verwies dabei auf das Fehlen eines aktuellen Landessozialplans, unterstrich jedoch, dass mit dem Gesetz zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen, verschiedensten Fachplänen und Leitfäden für Einrichtungen und Dienste Instrumente vorliegen, auf deren Grundlage die Südtiroler Sozialpolitik sehr wohl planen und handeln kann. Die gegenwärtigen Hauptthemen seien Fragen rund um das Subsidiaritätsprinzip, das Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Anbietern sowie jenes zwischen Land und Peripherie. Claudio Castegnaro aus Mailand beschrieb in seinem Vortrag mit dem Titel „Ist es möglich, von unten herauf zu planen?“, wie eine grundsätzlich dialogische Orientierung in der Arbeit mit beeinträchtigten Menschen im Gegensatz zu einer Planung von oben nach unten zur Realisierung völlig neuartiger und gemeinsam getragener Projekte führen kann. Das vierte, von Michael Chalupka aus Wien gehaltene Referat war dem Österreichischen Komitee für soziale Arbeit ÖKSA gewidmet, einer Dialogplattform, auf der Bundes- wie Landespolitiker, Vertreter sozialer Vereinigungen und von Mal zu Mal ad hoc eingeladene Experten in einer Klausur-Atmosphäre aktuelle und brisante sozialpolitische Themen aufgreifen und auseinandersetzen, bevor diese zu teilweise polemischen öffentlichen Diskussionen führen, auch und vor allem, um gesetzgebenden Gremien im Vorfeld politischer Entscheidungen relevante Inputs zu liefern.
Zu Abschluss des Vormittags fasste Lebenshilfe-Mitarbeiterin Helga Mock die Inhalte sämtlicher Referate in so genannter Leichter Sprache zusammen. Dies war auch eine Gelegenheit, das im März neu eröffnete Büro für Leichte Sprache okay erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
In der nachmittäglichen „Denkwerkstatt“ wurden die vorgebrachten Themen in drei von Wolfgang Obwexer, Georg Leimstädtner und Bruno Marcato moderierten Gruppen vertieft. Dabei wurde unter anderem der Standpunkt festgehalten, dass Datenerhebungen, beispielsweise zum Wohnbedarf von Menschen mit Beeinträchtigung, partizipativ und koordiniert erfolgen sowie unmittelbar in der Praxis wirksam sein müssen. Auch wurde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass Netzwerke gebildet und somit Synergien geschaffen werden, damit innovative Ideen auf möglichst breiter Ebene Zustimmung und Umsetzung erfahren.
Lebenshilfe-Präsident Hans Widmann betonte in seinem Schlusswort die Bedeutung des Erfahrungsschatzes, auf den besonders soziale Vereine aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit mit beeinträchtigten Personen zurückgreifen können, und versicherte die Entschlossenheit der Lebenshilfe, sämtliche innovative Wege gehen zu wollen, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Beeinträchtigung versprechen.
Im Frühjahr 2019 werden die Dritten Masatscher Sozialgespräche stattfinden. Karl Tragust, Hans Widmann und Wolfgang Obwexer werden sich in Bälde zu deren Planung zusammenfinden.

 

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